Was ist Diabetes? Von süßem Urin zu Blutzucker und Insulin

Diabetes ist seit Jahrtausenden bekannt — doch was genau steckt dahinter? Erfahre, wie Insulin wirkt, worin sich Typ-1- und Typ-2-Diabetes unterscheiden, warum dauerhaft hoher Blutzucker problematisch ist und welche Lebensstilfaktoren das Risiko für Typ 2 beeinflussen können. Verständlich erklärt, ohne unnötigen Fachjargon.

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Kurz erklärt

Was ist Diabetes genau?

Diabetes ist eine Erkrankung, bei der der Körper Glukose — also den Zucker, der bei der Verdauung von Kohlenhydraten entsteht — nicht mehr richtig verarbeitet. Normalerweise bildet die Bauchspeicheldrüse das Hormon Insulin. Es hilft dabei, Glukose aus dem Blut in die Zellen zu transportieren, wo sie als Energie genutzt werden kann. Bei Typ-1-Diabetes produziert die Bauchspeicheldrüse kaum noch oder gar kein Insulin. Bei Typ 2 — der weitaus häufigeren Form — reagieren die Zellen zunehmend schlechter auf Insulin; man spricht von Insulinresistenz. Bleibt der Blutzucker über längere Zeit erhöht, können Blutgefäße und Nerven geschädigt werden. Bei Typ 2 können Veränderungen des Lebensstils das Risiko deutlich beeinflussen — und bewusste Ernährungsentscheidungen sind dabei ein wichtiger Baustein.

In diesem Artikel:

  • Woher der Name „Diabetes mellitus“ stammt
  • Die Entdeckung des Insulins — und was sie verändert hat
  • Wie Insulin bei Typ 1 und Typ 2 wirkt
  • Wer ein erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes hat
  • Warum dauerhaft hoher Blutzucker problematisch ist
  • Fünf praktische Schritte, mit denen sich das Risiko beeinflussen lässt

Vielleicht kennst du das: Du achtest darauf, was du isst, behältst deinen Zuckerkonsum im Blick — und fragst dich trotzdem, ob dein Blutzucker eigentlich im normalen Bereich liegt.

Diabetes ist heute so präsent in Gesundheitsgesprächen, dass fast jeder meint, etwas darüber zu wissen. Die eigentliche Frage — was genau ist Diabetes und was passiert dabei im Körper? — bleibt trotzdem oft unbeantwortet.

In diesem Artikel erklären wir es verständlich. Ohne unnötigen Fachjargon, aber so, dass du wirklich nachvollziehen kannst, was im Körper geschieht.

Diabetes wirkt vielleicht wie eine typische Erkrankung unserer modernen Zeit. Tatsächlich ist sie seit Jahrtausenden bekannt.

Lange bevor es Blutzuckermessgeräte, Bluttests oder ein fundiertes Verständnis des Stoffwechsels gab, beschrieben Ärzte bereits Menschen, die ungewöhnlich starken Durst hatten, sehr häufig Wasser lassen mussten und dennoch zunehmend schwächer wurden.

Schon um 1500 v. Chr. beschrieben die alten Ägypter eine Erkrankung, bei der Betroffene ungewöhnlich große Mengen Urin ausschieden. Später fiel Ärzten noch etwas Bemerkenswerteres auf: Bei manchen Patienten schmeckte der Urin süß.

Und ja … damals wurde tatsächlich manchmal davon probiert.

Eine Diagnosemethode, die wir heute selbstverständlich nicht empfehlen würden. 😉

Doch die Beobachtung führte in die richtige Richtung.

Warum heißt die Krankheit eigentlich Diabetes mellitus?

Das Wort Diabetes geht auf einen griechischen Begriff zurück, der sinngemäß „hindurchfließen“ oder „Siphon“ bedeutet. Gemeint waren die großen Flüssigkeitsmengen, die Betroffene tranken und wieder ausschieden.

Mellitus bedeutet sinngemäß „honigsüß“.

Zusammen beschreibt der Name also zwei Merkmale, die Ärzte schon vor Jahrhunderten erkannten: häufiges Wasserlassen und Zucker im Urin.

Was sie damals noch nicht beobachten konnten, war das Geschehen im Blut.

Dafür müssen wir einige Jahrhunderte vorspulen.

Die Entdeckung, die Diabetes für immer veränderte

Ende des 19. Jahrhunderts entdeckten Forscher, dass die Bauchspeicheldrüse eine entscheidende Rolle bei Diabetes spielt.

1889 beobachteten Oskar Minkowski und Joseph von Mering, dass Hunde nach Entfernung der Bauchspeicheldrüse einen schweren Diabetes entwickelten.

In der Bauchspeicheldrüse musste also etwas vorhanden sein, das für die Regulierung des Blutzuckers entscheidend war.

Der entscheidende Durchbruch kam 1921.

Der kanadische Arzt Frederick Banting und der Student Charles Best experimentierten mit Extrakten aus der Bauchspeicheldrüse. Gemeinsam mit dem Biochemiker James Collip gelang es ihnen, den wirksamen Stoff ausreichend zu reinigen.

Diesen Stoff kennen wir heute als Insulin.

Im Januar 1922 erhielt der 14-jährige Leonard Thompson, der aufgrund seines Diabetes schwer erkrankt war, eine der ersten erfolgreichen Behandlungen mit gereinigtem Insulin.

Eine Revolution mit einer einzigen Injektion. Vor der Entdeckung des Insulins bedeutete die Diagnose Typ-1-Diabetes häufig ein Todesurteil. Mit Insulin wurde es möglich, mit der Erkrankung zu leben.

Was macht Insulin eigentlich?

Um Diabetes zu verstehen, müssen wir zuerst einen Blick auf den Blutzucker werfen.

Wenn du Kohlenhydrate isst — zum Beispiel aus Brot, Nudeln, Reis, Obst oder Kartoffeln — wird ein großer Teil davon während der Verdauung zu Glukose abgebaut.

Diese Glukose gelangt ins Blut.

Der Körper kann Glukose als Energiequelle nutzen. Dafür muss sie jedoch aus dem Blut in die Zellen gelangen.

Hier kommt Insulin ins Spiel.

Insulin ist ein Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Man kann es sich wie einen Schlüssel vorstellen, der Glukose den Weg aus dem Blut in die Zellen ermöglicht.

Bei Diabetes funktioniert dieses System nicht mehr so, wie es sollte.

Bei Typ-1-Diabetes produziert die Bauchspeicheldrüse kaum noch oder gar kein Insulin, weil das Immunsystem die insulinproduzierenden Zellen angegriffen hat.

Bei Typ-2-Diabetes liegt ein anderes Problem vor: Der Körper reagiert zunehmend schlechter auf Insulin. Das nennt man Insulinresistenz.

Anfangs versucht die Bauchspeicheldrüse das auszugleichen, indem sie mehr Insulin produziert. Das kann lange funktionieren. Werden die Zellen jedoch immer unempfindlicher und kann die Bauchspeicheldrüse den erhöhten Bedarf nicht mehr ausgleichen, steigt die Glukosemenge im Blut.

Zunächst kann sich ein Prädiabetes entwickeln — eine Zwischenstufe, bei der der Blutzucker bereits erhöht ist, die Kriterien für Typ-2-Diabetes aber noch nicht erfüllt sind. Später kann daraus Typ-2-Diabetes entstehen.

Welche Lebensmittel lassen den Blutzucker steigen? → Kollektion zur Blutzuckerbalance →

Diabetes und unsere Lebensumwelt

Diabetes gibt es also seit Jahrtausenden.

Was sich verändert hat, ist seine Häufigkeit.

Vor allem Typ-2-Diabetes hat weltweit in den vergangenen Jahrzehnten stark zugenommen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation stieg die Zahl der Menschen mit Diabetes weltweit von rund 200 Millionen im Jahr 1990 auf 830 Millionen im Jahr 2022.

Die International Diabetes Federation schätzte, dass 2024 etwa 589 Millionen Erwachsene im Alter von 20 bis 79 Jahren mit Diabetes lebten.

Diabetes ist damit weltweit eine wachsende gesundheitliche Herausforderung.

Die Ursache einem einzigen Lebensmittel zuzuschreiben, wäre allerdings viel zu einfach.

Unsere genetische Veranlagung hat sich nicht innerhalb weniger Jahrzehnte verändert. Unsere Lebensumwelt schon.

Wir bewegen uns im Durchschnitt weniger, sitzen mehr, haben ständig Zugang zu energiereichen Lebensmitteln und essen häufiger stark verarbeitete Produkte. Gleichzeitig spielen Schlaf, Stress, Körpergewicht, soziale Bedingungen und genetische Faktoren eine Rolle.

Typ-2-Diabetes lässt sich deshalb nicht auf den Satz reduzieren: „Du hast zu viel Zucker gegessen.“

Die Zusammenhänge sind deutlich komplexer.

Wer hat ein höheres Risiko für Typ-2-Diabetes?

Nicht jeder Mensch hat das gleiche Risiko.

Zu den Faktoren, die eine Rolle spielen können, gehören:

  • familiäre Veranlagung und Diabetes in der Familie
  • Übergewicht, insbesondere viel Fett im Bauchbereich
  • wenig körperliche Aktivität
  • höheres Alter
  • früherer Schwangerschaftsdiabetes
  • PCOS (polyzystisches Ovarialsyndrom)
  • Prädiabetes
  • bestimmte genetische Voraussetzungen

Manche Faktoren lassen sich nicht verändern — Alter und genetische Veranlagung suchst du dir nicht aus.

Andere Faktoren lassen sich jedoch beeinflussen.

Und genau hier wird es interessant.

Warum ist dauerhaft hoher Blutzucker ein Problem?

Ein vorübergehender Anstieg des Blutzuckers nach einer Mahlzeit ist völlig normal. Der Körper ist darauf ausgelegt, Glukose im Blut zu verarbeiten.

Problematisch wird es, wenn der Blutzucker über längere Zeit zu hoch bleibt.

Auf Dauer können dadurch kleine und große Blutgefäße sowie Nerven geschädigt werden. Diabetes kann deshalb verschiedene Bereiche des Körpers betreffen:

  • die Nerven — man spricht unter anderem von diabetischer Neuropathie
  • die Blutgefäße in den Augen, wodurch das Sehvermögen beeinträchtigt werden kann
  • die Nieren
  • Herz und Blutgefäße
  • Füße und Beine

Diabetes erhöht außerdem das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfälle.

Es gibt auch eine gute Nachricht: Eine passende Behandlung und ein gesunder Lebensstil können das Risiko vieler Komplikationen deutlich verringern — auch wenn die Diagnose bereits gestellt wurde.

Lässt sich Typ-2-Diabetes verhindern?

Nicht jede Form von Diabetes lässt sich verhindern.

Typ-1-Diabetes kann nicht durch eine andere Ernährung verhindert werden.

Bei Typ 2 ist die Situation anders. Bei Menschen mit erhöhtem Risiko können Veränderungen des Lebensstils dazu beitragen, die Entstehung von Typ-2-Diabetes zu verzögern oder in manchen Fällen zu verhindern.

Dafür musst du nicht von heute auf morgen perfekt essen. Schon einige Grundprinzipien können einen Unterschied machen.

1. Baue deine Mahlzeit sinnvoll auf, statt nur Kohlenhydrate zu streichen

Kohlenhydrate sind nicht automatisch schlecht. Auch Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst, Vollkorngetreide und Milchprodukte enthalten Kohlenhydrate.

Wichtiger ist, welche Kohlenhydrate du wählst, wie viel du davon isst und womit du sie kombinierst.

Eine Mahlzeit mit Kohlenhydraten zusammen mit ausreichend Eiweiß, Ballaststoffen und gesunden Fetten wird anders verdaut als eine Mahlzeit, die vor allem aus schnell verfügbaren Kohlenhydraten besteht.

Vergleiche zum Beispiel ein Weißmehlbrötchen mit Marmelade und Fruchtsaft mit Vollkornbrot, Ei, Gemüse und Avocado. Beide Mahlzeiten enthalten Kohlenhydrate, sind aber völlig unterschiedlich zusammengesetzt.

2. Achte nicht nur darauf, was du isst, sondern auch wie viel

Auch gesunde Lebensmittel können in großen Portionen viel Energie liefern. Du musst nicht jedes Gramm Kohlenhydrate akribisch zählen — doch ein Bewusstsein für Portionsgrößen kann helfen.

Es geht nicht darum, Angst vor Essen zu bekommen. Es geht darum zu lernen, welche Portionsgröße und Zusammensetzung für dich passend sind.

3. Wähle häufiger Lebensmittel, die wirklich etwas beitragen

Gemüse, Obst, Nüsse, Samen, Hülsenfrüchte, Fisch, Eier und Vollkornprodukte liefern neben Energie auch Vitamine, Mineralstoffe, Eiweiß und Ballaststoffe.

Für den Blutzucker sind diese Ballaststoffe besonders interessant: Sie fördern die Sättigung und können dazu beitragen, dass Kohlenhydrate langsamer aufgenommen werden.

4. Bewege dich — und unterschätze Spaziergänge nicht

Bewegung hat einen besonders interessanten Effekt auf den Blutzucker. Wenn die Muskeln arbeiten, nutzen sie Glukose aus dem Blut. Regelmäßige Bewegung kann außerdem die Insulinempfindlichkeit verbessern — der Körper reagiert dann effizienter auf das Insulin, das er bildet.

Ein zügiger Spaziergang zählt. Mit dem Hund rauszugehen zählt. Treppensteigen zählt. Gartenarbeit zählt.

Deine Muskeln spielen eine wichtige Rolle im Glukosestoffwechsel — und nicht nur beim Kalorienverbrauch.

5. Mach dir gesundes Essen so einfach wie möglich

Darüber wird erstaunlich wenig gesprochen.

Du kannst genau wissen, was gesunde Ernährung bedeutet, und es trotzdem nicht jeden Tag umsetzen. Warum? Weil Wissen allein um 18:30 Uhr, wenn du müde und hungrig nach Hause kommst, oft nicht ausreicht.

Gemüse vorab waschen und schneiden. Ein gesundes Mittagessen vorbereiten. Eine nahrhafte Suppe einfrieren. Eier und einige Grundzutaten immer zu Hause haben.

Damit veränderst du etwas Entscheidendes: Du musst nicht jedes Mal erneut Willenskraft aufbringen. Du hast es dir schlicht leichter gemacht.

Es geht nicht um perfektes Essen

Vielleicht ist das am Ende die wichtigste Botschaft.

Ein ausgewogener Blutzucker hängt nicht an einem Keks, einem Teller Pasta oder dem Dessert am Samstagabend. Entscheidend ist das Muster, das sich über Tage, Wochen und Jahre wiederholt.

Wie isst du die meiste Zeit? Bewegst du dich ausreichend? Nimmst du genug Ballaststoffe zu dir? Wie groß sind deine Portionen? Schläfst du genug?

Diese Fragen sind viel hilfreicher, als ein einzelnes Lebensmittel als „gut“ oder „schlecht“ einzustufen.

Und was ist mit Zucker?

Genau darauf gehen wir in unserem nächsten Artikel ausführlich ein. Denn kaum ein Ernährungsthema ist von so vielen Missverständnissen umgeben wie Zucker.

Sind „natürliche Zucker“ besser? Welche Produkte enthalten überraschend viel Zucker? Und welche Lebensmittel sollte man eher begrenzen, wenn man den Blutzucker stabiler halten möchte?

Weiterlesen: Lebensmittel, die den Blutzucker erhöhen →

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Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung oder eine gesunde Lebensweise. Kein Arzneimittel.

Quellen

Für diesen Artikel haben wir Informationen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der International Diabetes Federation (IDF), der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) sowie wissenschaftliche Veröffentlichungen zur Geschichte von Diabetes und Insulin herangezogen.

 

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Claudia, auteur en coach bij Svensson

Geschreven door Claudia — Industrieel Ingenieur Biochemie, voedingscoach, sportvoedingscoach en gecertificeerd Intermittent Fasting Coach. Vanuit meer dan 15 jaar ervaring vertaalt ze wetenschap, voeding en leefstijl naar praktische begeleiding bij Svensson. Lees meer over Claudia →

Häufig gestellte Fragen zu Diabetes

Bei Typ-1-Diabetes produziert die Bauchspeicheldrüse kaum noch oder gar kein Insulin. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die insulinproduzierenden Zellen angreift. Typ 1 kann in jedem Alter auftreten und lässt sich nicht verhindern. Bei Typ-2-Diabetes reagiert der Körper zunehmend schlechter auf Insulin — man spricht von Insulinresistenz. Anfangs produziert die Bauchspeicheldrüse mehr Insulin, um das auszugleichen. Reicht das irgendwann nicht mehr aus, steigt der Blutzucker. Typ 2 ist die häufigste Form; das Risiko wird unter anderem durch Lebensstilfaktoren beeinflusst.

Insulin ist ein Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Wenn du Kohlenhydrate isst, werden sie zu Glukose abgebaut, die ins Blut gelangt. Insulin wirkt dabei wie ein Schlüssel: Es hilft der Glukose, aus dem Blut in die Körperzellen zu gelangen, wo sie als Energie genutzt werden kann. Fehlt ausreichend wirksames Insulin, bleibt mehr Glukose im Blut und der Blutzucker steigt.

Mögliche frühe Anzeichen eines dauerhaft erhöhten Blutzuckers sind starker Durst, häufiges Wasserlassen, Müdigkeit, verschwommenes Sehen, langsam heilende Wunden sowie Kribbeln in Händen oder Füßen. Viele Menschen mit Prädiabetes oder frühem Typ-2-Diabetes haben anfangs nur wenige oder gar keine Beschwerden. Wenn du Risikofaktoren hast, sprich mit deiner Arztpraxis darüber und lass deinen Blutzucker kontrollieren.

Prädiabetes ist eine Zwischenstufe, bei der der Blutzucker bereits höher als normal ist, die Diagnosekriterien für Typ-2-Diabetes aber noch nicht erfüllt sind. Er ist ein Warnsignal: Ohne Veränderungen kann sich daraus Typ-2-Diabetes entwickeln. Bei vielen Menschen können gezielte Anpassungen bei Ernährung, Bewegung und Schlaf das Risiko einer weiteren Entwicklung deutlich senken.

Bei Menschen mit erhöhtem Risiko — zum Beispiel bei Prädiabetes, Übergewicht oder Diabetes in der Familie — können Veränderungen des Lebensstils dazu beitragen, die Entstehung von Typ-2-Diabetes zu verzögern oder in manchen Fällen zu verhindern. Dazu gehören eine ballaststoffreichere Ernährung, regelmäßige Bewegung, passende Portionsgrößen und ausreichend Schlaf. Das bedeutet nicht, dass Typ 2 immer vermeidbar ist: Auch genetische Veranlagung und andere Faktoren spielen eine Rolle. Typ-1-Diabetes lässt sich durch den Lebensstil nicht verhindern.

Zucker ist nicht die einzige Ursache von Diabetes. Typ-2-Diabetes entsteht durch ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren, darunter Bewegungsmangel, Übergewicht, genetische Veranlagung und eine Ernährung mit vielen stark verarbeiteten, energiereichen Lebensmitteln. Zuckerreiche Getränke und Speisen können Gewichtszunahme und Blutzuckerschwankungen begünstigen, es gibt jedoch keinen einfachen direkten Zusammenhang nach dem Muster „Zucker essen = Diabetes“. Entscheidend ist das gesamte Ernährungs- und Lebensstilmuster über längere Zeit.